Publikationen rund um das Thema Permakultur-Landwirtschaft
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124 Publikationen gefunden
Masterarbeit
Januar 2024
BFH-HAFL
Dario Principi
Die globale Landwirtschaft muss in Zukunft eine grössere Menge an Nahrungsmitteln produzieren und zugleich den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung reduzieren. Die Permakultur stellt einen Lösungsansatz für diese Herausforderung dar, indem sie die Bedürfnisse der Menschen und diejenigen der Natur in Einklang bringt. Der Ansatz der Permakultur erlaubt, unter Berücksichtigung der natürlichen Voraussetzungen und mithilfe verschiedener Planungswerkzeuge, Produktionssysteme zu erschaffen, welche bei tiefem Ressourcenverbrauch hohe Erträge abwerfen.
Im Rahmen dieser Masterarbeit wird in Meikirch BE auf den Flächen eines Landwirtes zusammen mit der Dorfbevölkerung ein solidarisches Permakultur-Projekt aufgebaut. Ziel ist es, dass die beteiligten Personen eine Teilselbstversorgung mit Gemüse, Obst und Beeren erreichen können. Neben dem Projekt in Meikirch wurde in Lüsslingen-Nennigkofen SO eine Fallstudie zur Wirtschaftlichkeit von Permakultur in den Jahren 2021-2023 durchgeführt. Das untersuchte Produktionssystem wurde im Jahr 2020 geplant und umgesetzt. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung setzt direkt an die Umsetzung an und erbringt somit eine lückenlose Aufzeichnung der Wirtschaftlichkeitsdaten. Die Forschungsfragen der Fallstudie lauten: Kann Permakultur ein zu anderen Betrieben vergleichbares Einkommen ergeben? Welche Permakultur-Elemente eignen sich, um die Systementwicklungsphase zu überbrücken?
Die vorliegende Arbeit beschreibt, wie in Meikirch auf der Grundlage der vorhandenen Ausgangslage und unter Berücksichtigung der Wünsche der beteiligten Personen eine umfassende Grob- und Detailplanung nach Permakultur-Grundsätzen erarbeitet wurde. In den Jahren 2021-2023 wurde ein funktionierender Gemeinschaftsgarten mit rund 20 aktiv involvierten Personen aufgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter und den beteiligten Personen konnte die Frage rund um eine passende Rechtsform und die Art der Zusammenarbeit in der Gruppe beantwortet werden. Der Gemeinschaftsgarten bleibt auch über die Masterarbeit hinaus bestehen und wird im folgenden Jahr (2024) weitergeführt.
Die Fallstudie zur Wirtschaftlichkeit von Permakultur hat ergeben, dass der Arbeitsverdienst, welcher in der Permakultur erwirtschaftet wurde, vergleichbar mit dem Arbeitsverdienst auf anderen Betrieben in der Schweizer Talregion ist. Die Ergebnisse der drei Untersuchungsjahre sind jedoch sehr unterschiedlich ausgefallen. Der Arbeitsverdienst im ersten Jahr (2021) lag leicht über dem Arbeitsverdienst der Talregion und der Arbeitsverdienst im zweiten Jahr (2022) leicht darunter. Der Arbeitsverdienst im dritten Jahr (2023) lag jedoch deutlich unter denjenigen der ersten beiden Untersuchungsjahre. Die Ergebnisse der Fallstudie deuten darauf hin, dass die Planung und Umsetzung der Fläche die Ergebnisse in den ersten zwei Jahren positiv beeinflusst hat. Im dritten Jahr ging der Gesamtertrag im System leicht zurück und zugleich erfolgten wieder neue Investitionen in die Fläche, was die Arbeitsstunden erhöht und somit den Arbeitsverdienst pro Stunde reduziert hat.
Die Untersuchung der einzelnen Elemente hat gezeigt, dass Mischungen aus verschiedenen Beeren gut geeignet sind, um die ersten zwei Jahre der Systementwicklungsphase zu überbrücken, da sie ihren Vollertrag in diesem Zeitraum entfalten. Wie der Einbruch des Arbeitsverdienstes im dritten Untersuchungsjahr zeigt, fehlen im System Elemente, welche ihren Vollertrag im 3. bis 5. Jahr entfalten. Die Analyse der Resultate zeigt, dass Kulturen wie Spargel und Niederstammobst geeignet sind, um diese Phase zu überbrücken. Der Anbau von konkurrenzstarken einjährigen Kulturen wie Kürbis kann helfen, einen regelmässigen Ertrag im System zu gewährleisten.
Die Resultate der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zeigen erstmals unter Schweizer Bedingungen, dass Permakultur ein rentabler Betriebszweig mit vergleichbarem Arbeitsverdienst sein kann. Die Resultate lassen die Frage offen, ob der Einbruch des Arbeitsverdienstes im dritten Untersuchungsjahr auf die neuerlichen Investitionen zurückzuführen ist oder ob der tiefe Arbeitsverdienst ein Trend ist, der sich fortsetzt. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung auf der Fläche wird im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Wirtschaftlichkeit von Permakultur noch mindestens ein Jahr weitergeführt.
Bachelorarbeit
Januar 2024
ZHAW
Cyrill Achermann
Die Landwirtschaft steht vor den Herausforderungen des Klimawandels, gekennzeichnet durch höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und häufigere sowie intensivere Extremwetterereignisse. Gleichzeitig wächst die gesellschaftliche Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft, die innovative Ansätze erfordert. Die Agroforstwirtschaft, eine Kombination von Bäumen und Hecken mit landwirtschaftlichen Kulturen, zeigt Potenzial für die Förderung der Artenvielfalt, Reduktion der Bodendegradation und Entwicklung natürlicher Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen.
Die Ziele dieser Arbeit waren, erstens, ein Agroforstsystem zu planen mit Fokus auf der Optimierung des Wassermanagements und zweitens, die Entwicklung eines Konzepts für Futterhecken unter Anwendung eines syntropischen Ansatzes. Basierend auf einem Bedürfniskatalog, der gemeinsam mit dem Bewirtschafter erstellt wurde, konnten die Erwartungen und Anforderungen an das System abgeglichen werden. In einem anschliessenden Schritt wurde die Planung durch eine umfassende Kombination von Literaturrecherche, GIS-Plänen, Klimadaten und Expert:inneninterviews weiter ausgearbeitet. In jedem Planungsschritt wurden gezielt Möglichkeiten zur effizienten Nutzung der Wasserressourcen geprüft und, wo sinnvoll, integriert. Ein Agroforstsystem mit vier Teilbereichen resultiert aus dem Planungsprozess, die unterschiedlich stark von zentralen Anforderungen an das System geprägt sind. Der Weidebereich mit Futterhecken dient zur Bereitstellung zusätzlicher Futterressourcen während Trockenzeiten und bietet Schatten in Hitzeperioden. Der Bereich mit Baumnuss-Hochstämmen fokussiert auf eine ökonomisch rentable Produktion hochwertiger Früchte. Kleine Parzellen mit Versuchspflanzungen von robusten Nuss- und Fruchtbäumen, welche gegenüber intensiver Hitze und reduzierten Wassermengen widerstandsfähig sind, repräsentieren die dritte Pflanzung. Der letzte Bereich ist der Biodiversitätsförderung zugeordnet und beinhaltet diverse Hochstamm-Wildobstbäume. Durch die Analyse der Komponenten des syntropischen Ansatzes im Agroforst, wie sie von Ernst Götsch, dem Entwickler der Methode, beschrieben werden, konnte eine Anpassung an das Schweizer Klima entwickelt werden. Es folgte eine Implementierung dieser Systemkomponente in die Planung einer Futterhecke, die in der Schweiz umsetzbar wäre. Die Effektivität und Angemessenheit des syntropischen Ansatzes bei einer Futterhecke im Schweizer Kontext, sowohl klimatisch als auch ökonomisch, bedarf weiterer praktischer Untersuchung. Hingegen stellt die Integration von Kriterien zur Minderung von Extremwetterereignissen in den Planungsprozess von Agroforstsystemen ein sinnvoller Ansatz dar.
Masterarbeit
Dezember 2023
ETH Zürich
Teuber, Rike
The intensification and globalization of agriculture has led to the unfolding of significant environmental, economic and social problems in the food system. Agroecology has emerged as a path towards the solution of these crises. Its relevance as a holistic paradigm for food system transformation has been widely recognized. To support its expansion, the mapping of agroecology has emerged as an essential tool to document its development and current state.
No mapping project on agroecological initiatives in Switzerland had been done. The aim of this thesis was thus to identify agroecology-related initiatives and provide an overview of the understanding, development and present state of agroecology in Switzerland. To achieve this, desktop research was combined with 14 key-informant interviews and an online survey distributed to initiatives Swiss-wide.
The term agroecology is not widely used in Switzerland yet but it is starting to influence the policy debate around future food systems in the country. A wide variety of initiatives in the categories of science, practice, social movement, education and living labs is already actively contributing to the agroecological transformation of the Swiss food system. Many of these initiatives do not explicitly refer to agroecology, but they all work in accordance with several agroecological principles.
Continuing strong efforts from social movements to break down economic and political barriers, as well as actively uniting a variety of stakeholders, in particular farmers and food producers, will be crucial for the further development of agroecology in Switzerland.
Bachelorarbeit
August 2023
BFH-HAFL
Monika Freiburghaus
Die Nachfrage nach Futterpflanzen und Nahrungsmittel steigt weltweit kontinuierlich (Ray et al. 2013). Einerseits aufgrund der rasant wachsenden Weltbevölkerung, anderseits aufgrund Wohlstandsverschiebungen und daraus resultierende Ernährungsveränderungen (Ray et al. 2013). Es wird damit gerechnet, dass bis ins Jahr 2050 die Produktion um 50-110% gesteigert werden muss, um diese Nachfrage decken zu können (Tilman et al. 2011; Ray et al. 2013; FAO 2021). Vor ähnlichen Herausforderungen stand die Landwirtschaft bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, konnten jedoch durch die grüne Revolution grösstenteils bewältigt werden (Krebs und Bach 2018). Fortschritte in Pflanzenzüchtung und Maschinenbau, sowie die Erfindung von Mineraldüngern und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln hatten dabei den grössten Einfluss und brachten höhere Erträge, geringere Arbeitsaufwände und verbesserte Nahrungsmittelqualität und -sicherheit mit sich (Krebs und Bach 2018). Die damit ausgelösten Eingriffe in das gesamte Ökosystem der Erde zeigten sich erst Jahre später unter anderem mit Bodendegradation, Biodiversitätsverluste, schwindenden Wasserreservoirs, Klimaerwärmung, Zunahme von Treibhausgasemissionen, Resistenzen und Gesundheitsproblemen (Mollison und Holmgren 1984, 18–19; Foley et al. 2005; Hathaway 2016; Krebs und Bach 2018). In der Schweiz zeigt sich seitens der Bevölkerung ein zunehmender Druck auf die Landwirtschaft in Bezug auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel, welche nachweislich Rückstände in der Umwelt und an Nahrungsmitteln hinterlassen (Tamm et al. 2018). Vom Bundesrat wurde am 06. September 2017 der Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmittel verabschiedet mit dem Ziel, einer Risikoreduktion von 50% und der Förderung von Alternativen (BLW 2023). Am 13. April 2022 wurde zudem vom Bundesrat die parlamentarische Initiative 19.475 angenommen, welche Massnahmenpakete unter anderem in Bezug auf Pflanzenschutzmittel- und Nährstoffreduktionen, Förderung von Biodiversität und bodenschonenden Anbautechniken beinhaltet (BLW 2022). Ressourcenschonende und nachhaltige Alternativen sind Folge dessen gefragt, um Pflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten zu stärken. Eine solche Alternative kann der Einsatz von Komposttee, einem wässrigen Kompost-Auszug voller Mikrobiologie, bieten. Die Pflanzen werden durch eine Blatt- und/oder Bodenapplikation mit Komposttee vitalisiert und gestärkt, sowie die Mikrobiologie im Boden verbessert (Ingham 2005, 23). Der pH-Wert einer Pflanze hat Einfluss auf deren Gesundheit und Abwehrkräfte, wobei bei einem pH von 6.4 eine gute Pflanzenernährung und entsprechend Pflanzengesundheit vorherrscht (Nimmrichter 2021). Reifer Kompost hat einen pH zwischen 7.5 bis 8.5 (Agridea 2013). Der pH beim Leitungswasser in der Schweiz liegt um 7.5 (SVGW 2022; ewb 2023). Beim Brauverfahren von Komposttee steigt der pH grundsätzlich etwas an, abhängig von der Zusammensetzung des Komposts (Kim et al. 2015).Im Hauptversuch dieser Arbeit wird aufgrund dieser pH-Diskrepanz der Effekt von Komposttee, einerseits mit und anderseits ohne pH-Senker im Gewächshaus auf Radiesli und Spinat untersucht. Dabei sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:
– Hat der Einsatz eines pH-Senkers im Komposttee einen signifikanten Einfluss auf verschiedene Parameter (Ertrag, pH/EC/Redox der Spritzbrühe, Temperaturunterschiede Blatt zu Luft, Blattsaftmessungen, Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit) im Vergleich zum normalen Kompostteeverfahren?
– Hat der Einsatz von Komposttee (mit und ohne pH-Senker) einen signifikanten Einfluss auf verschiedene Parameter (Ertrag, pH/EC/Redox der Spritzbrühe, Temperaturunterschiede Blatt zu Luft, Blattsaftmessungen, Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit) im Vergleich zur Kontrolle?
In zusätzlichen Nebenversuchen wird einerseits zusätzlich die Wirbelrichtung von Wasser in der Komposttemaschine auf Unterschiede in pH, EC und Redox angeschaut. Anderseits werden zwei Kompostteemaschinen mit ihren Rezepturen auf den Einfluss (k)einer vorgehenden Wasserbelüftung (24h) auf pH, EC, Redox und die mikrobielle Aktivität verglichen.
Artikel
Juni 2023
Eastern Switzerland University of Applied Sciences, Agroscope
Johannes Hugenschmidt, Sonja Kay
The interest in agroforestry systems has increased considerably in recent years. The systems are more resilient to climate change and offer advantages related to soil health and biodiversity. Although the aboveground impacts of agroforestry systems are well known, the knowledge concerning root growth of trees remains limited.
This study tested the applicability of a non-destructive investigation method, the ground penetrating radar (GPR), to detect tree roots. We mapped two 80-year-old pear trees in cropland and investigated the impact of tilled and no-tilled management on the root system architecture especially in deeper soils (>0.6 m).
The root mapping method was successful, we determined the main roots of the tree up to a depth of 0.75 m. In addition, we found tillage significantly impacted root distribution. Tillage removed tree roots almost completely to a depth of 0.4 m. The bulk of the roots was present at a depth of 0.6 to 0.75 m (83% of the roots) in the tilled section, while it was found at 0.3 to 0.55 m (74%) in the no-tilled section. Detected roots indicated an overcompensation by additional roots in the tilled section that were not formed without tillage.
Overall, we found agroforestry trees were rooting deeper, below the managed cropland and therefore colonise different soil layers. Thus, the potential volume of water and nutrient intake was enlarged, which might enhance the resilience of the combined production systems. In addition, our approach presents a method for future non-destructive and continuous monitoring of tree roots and their development.
Artikel
Juni 2023
Bram Wendel, Bastiaan Rooduijn & Eline Disselhorst
The National Monitoring Program Food Forests (NMVB) has been surveying food forests throughout the Netherlands since 2019 in terms of soil, biodiversity, carbon, business model and social impact. For robust data collection we are using standardized methods, as much in line with the norm in The Netherlands as possible, which we repeat for as long as possible. This document presents the results of the first three years of research.
Masterarbeit
Mai 2023
Universitätsbibliothek Bodenkultur Wien
Michel, Bernard
Voranschreitender Klimawandel, wachsende Bedeutung von Naturschutz und Debatten über industrialisierte Landwirtschaft rücken Agroforst(AF)systeme als mögliche Problemlösung in den Fokus. Jedoch begrenzen u.a. fehlendes Knowhow der Landwirt_innen zur Planung und Bewirtschaftung noch deren Verbreitung. Gleichzeitig steigen von unterschiedlichen Seiten die Erwartungen an die bereitgestellten Ökosystemdienstleistungen der Landschaft. Zu deren Schutz und Wiederherstellung wird von der Land- und Forstwirtschaft als größter Flächennutzer in Deutschland zunehmend erwartet die Landbewirtschaftung danach auszurichten. Um diese unterschiedlichen Erwartungen bestmöglich zu berücksichtigen, empfehlen sich partizipative Planungsmethoden. Ziel ist daher, einen partizipativen Planungsprozess für AF-Systeme zu entwerfen und diesen an einem Praxisbetrieb zu erproben. Der Fokus lag dabei auf einem schlanken Planungsprozess, der viel bereits auf dem Betrieb vorhandenes Wissen nutzt. In Workshops sammelten die wichtigsten Stakeholder Informationen bezüglich des Betriebs und den natürlichen Gegebenheiten der landwirtschaftlichen Flächen und identifizierten andere Stakeholder die von der Planung eines AF-Systems betroffen sein könnten. Außerdem wurden Ziele für ein mögliches AF-System schlagspezifisch herausgearbeitet. Die daraus erstellten Vorschläge für AFElemente wurden anschließend aus Sicht der anderen Stakeholder bewertet. Mögliche Vorbehalte gegen einzelne AF-Elemente waren Ausgangspunkt für Anpassungen. Damit wurde eine höhere Akzeptanz der AF-Elemente geschaffen. Am Ende des Planungsprozesses wurden verschiedene Vorschläge für die Einführung eines AF-Systems auf dem Betrieb mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen formuliert. Durch die breit angelegte Analyse des Betriebs werden Ansatzpunkte für AF-Systeme auf der Fläche und Ziele für diese ermittelt. Daher richtet es sich vor allen an Betriebe, die noch wenig konkrete Pläne für Nutzung und Gestaltung von AF-Systemen haben.
Bachelorarbeit
April 2023
Leuphana Universität Lüneburg
Julia Weitz
Agroforst-Systeme sind ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Entwicklung, indem sie substan-ziell zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beitragen (UN, 2022) und zahlreiche Ökosystemdienstleistungen auf gesellschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Ebene erbringen. Diese Studie untersucht, wie Agroforstsysteme in Deutschland skaliert werden können und schlussfolgert, wie die politischen Rahmenbedingungen die Umsetzung von Agroforst-Projekten begünstigen und vorantreiben können. Dazu werden Erfolgsfaktoren identifiziert, die für die erfolgreiche Umsetzung von Agroforst-Systemen relevant sind und eine schnelle Skalierung von Agroforst in Deutschland ermöglichen könnten.
In einem ersten Schritt werden mittels einer narrativen Literaturanalyse Faktoren identifiziert, welche zentral für den Erfolg von einzelnen Agroforst-Systemen (AFS) sind. Diese lassen sich folgenden sechs Kategorien zuordnen: „Einfache gesetzliche Rahmenbedingungen und Förderungen“, „Wirtschaftlichkeit“, „Support- und Service-Angebote“, „interne Kapazitäten und Fähigkeiten“, „Handlungsdruck durch Umwelt- und Klimaveränderungen“ und „Anerkennung für die betreibenden Landwirte“. In einem zweiten Schritt wurden verschiedene Akteursgruppen im Bereich Agroforst zu der Relevanz der ermittelten Erfolgsfaktoren für die Skalierung von Agroforst in Deutschland befragt. Es nahmen insgesamt 56 Experten, Landwirte (mit und ohne eigene AFS) und Dienstleister an der Umfrage teil, was einen bedeutenden Anteil der Akteure im Bereich Agroforst abdeckt und eine hohe Validität der Ergebnisse bedeutet. Alle der ermittelten Erfolgsfaktoren wurden als wichtig für eine schnelle Verbreitung von Agroforst in Deutschland bewertet, wobei Wirtschaftlichkeit (inkl. angemessener Förderungen für AFS) als der wichtigste Faktor und ein einfacher gesetzlicher Rahmen als zweitwichtigster Faktor bewertet wurden. Dies wird in den Kontext der bisher mangelhaften Investitions- und Beibehaltungsförderungen für Agroforst in Deutschland gestellt. Die Interpretation der Erfolgsfaktoren zeigt, dass Agroforstsysteme mit Pioniergehölzen unter den momentanen Rahmenbedingungen die größten Entwicklungsmöglichkeiten in Bezug auf die Skalierung in Deutschland haben.
Masterarbeit
März 2023
Justus-Liebig University Giessen
Sebastian Kilian Gauly
Food forests are multifunctional perennial polyculture systems that use the structure and functions of a natural forest as a model to cultivate a diverse range of edible plants. They represent an agroforestry practice that has the potential to combine the ecological, social-cultural, and economic benefits of forest ecosystems and agricultural systems in one area. This study provides a comprehensive overview of the current state of food forests in the temperate climate of Europe by presenting collected data from 30 food forests, expert interviews, and site visits. The findings highlight the potential but also the limitations of food forests to create a more sustainable food system while contributing to the United Nations‘ Sustainable Development Goals (SDGs). A total of 9 SDGs was found to be positively influenced by the effects of food forests, such as soil, water and biodiversity conservation, adaption to climate change and contribution to community well-being. Additionally, the study addresses challenges related to management, social acceptance, and economic efficiency of food forests, and provides guidance for financing and scaling up these systems, as well as promoting their wider adoption into mainstream. The information gathered in this study can be used by food forest entrepreneurs to improve their planning and management processes, enabling them to maximize the benefits of this innovative and promising approach to agriculture.
Bachelorarbeit
März 2023
Hochschule Osnabrück
Eric Bruhn
Die globale Erderwärmung führt auch in Niedersachsen zu weitreichenden klimatischen Veränderungen (BORSCHE et al. 2018). Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur könnte im Zeitraum 2071 bis 2100 um 3,5 Grad Celsius (°C) höher sein als im Bezugszeitraum 1971 bis 2000. Bereits heute ist ein Trend häufigerer wärmerer Tage zu verzeichnen (BORSCHE et al. 2018, DWD 2022). Verschiedene Größen im Wasserkreislauf verändern sich aufgrund der Erderwärmung, was zu einer Betroffenheit der Landwirtschaft wegen ausgetrockneter Böden führt (BORSCHE et al. 2018, RIEDEL et al. 2021, KASPAR et al. 2022). Das Dürrejahr 2018 verursachte deutschlandweit einen geschätzten Schaden von 770 Millionen Euro (€) in den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben (BMEL 2022). Langfristig könnten die Sommerniederschläge in Niedersachsen um bis zu 12 Prozent (%) sinken und das aktuelle Defizit der klimatischen Wasserbilanz in den Sommermonaten könnte sich verdoppeln (BORSCHE et al. 2018). Insgesamt droht der Klimawandel Belastungen für Milchkuhbetriebe durch Ertragsausfälle im Grünlandfutterbau und hitzeleidender Kühe mit sich zu bringen (COLLIER et al. 2012, ELSÄẞER et al. 2020). Die gezielte Nutzung von Gehölzen in Form von silvopastoralen Agroforstsystemen stellt eine Möglichkeit zur Anpassung an den Klimawandel für Milchkuhbetriebe dar (KARKI et GOODMANN 2010, PENT et al. 2020, PENT et FIKE 2022). Silvopastorale Agroforstsysteme können das Mikroklima zu Gunsten von Milchkühen und der Futterpflanzen verändern, die Bodenfruchtbarkeit steigern und eine alternative Futterquelle mit Futterlaub bieten (BELSKY 1994, KARKI et GOODMANN 2010, GABRIEL 2018, PENT et FIKE 2022). Allerdings werden die Gestaltung und damit die Auswirkungen eines Agroforstsystems durch verschiedene Parameter entschieden (SILVA-PANDO et al. 2002, BENDER et al. 2009, DUPRAZ et al. 2018, THEVATHASAN et al. 2018, JOSE et al. 2019). Mit dieser Bachelorarbeit soll anhand einer Weide des niedersächsischen Milchkuhbetriebs Bruhn GbR herausgefunden werden, wie und mit welchen Gehölzarten zwei unterschiedliche silvopastorale Agroforstsysteme geplant werden können. Anschließend sollen die geplanten Systeme in Hinblick auf verschiedene Punkte, wie der Eignung zur Anpassung an den Klimawandel oder der Bewirtschaftungsmöglichkeit, betrachtet werden, um eine Handlungsempfehlung auszusprechen.
Bachelorarbeit
Januar 2023
ZHAW
Gil Cordeiro, Diego Manuel
Landwirtschaftliche Produktionssysteme sind als direkte Konsequenz des globalen Klimawandels zunehmend von den Auswirkungen von Extremwetterereignissen betroffen. Daher ist es notwendig zu verstehen, in welcher Form resiliente und nachhaltige Kultivierungspraktiken in die Landwirtschaft integriert werden können. Das Ziel in der vorliegenden Arbeit ist es zu beantworten, ob die Wassermanagementstrategie Keyline-Design einen möglichen Lösungsansatz darstellt, um die Auswirkungen von Dürre und das Ausmass der Umweltbelastung durch die Landwirtschaft zu reduzieren. Dazu werden die folgenden Fragen gestellt: Was charakterisiert ein Keyline-System und wie lautet der aktuelle Forschungsstand? Welche Erfahrungswerte konnten aus der Umsetzung bereits existierender Keyline-Projekte gewonnen werden und an welchen Stellen besteht bei der Vorgehensweise noch Optimierungsbedarf? Um die Forschungsfragen zu beantworten, wurde im Rahmen einer Konzeptanalyse eine Literaturrecherche durchgeführt. Anschliessend wurden im Zuge einer Fallstudie Keyline-Muster auf einer ausgewählten Fläche modelliert. Die Ergebnisse zeigen, dass Keyline-Design unter bestimmten Voraussetzungen über das Potenzial verfügt, Bodeneigenschaften
und Umweltfaktoren zu verbessern, die Thematik jedoch bislang wenig akademische Aufmerksamkeit bekommen hat. Bei der gegenwärtigen Vorgehensweise zur Erstellung von Keyline-Mustern besteht durch den Einsatz algorithmusbasierter Werkzeuge grosses Optimierungspotential. Diese Bachelorarbeit dient als Grundlage für weiterführende Forschungen in diesem Bereich.
Bachelorarbeit
Dezember 2022
BFH-HAFL
Albert Marcel
Trotz des Potenzials für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft wird die Permakultur schweizweit nur wenig angewandt. Dennoch gewinnt sie stetig mehr Aufmerksamkeit, und Pionierbetriebe bewirtschaften in der Schweiz erfolgreiche Permakultur-Systeme. Zunehmend sind Kurse für Permakultur gefragt, und das Interesse in der Bevölkerung steigt. Die ökologisch, ökonomisch und sozial vielfältige Struktur von Permakultur-Betrieben, die nicht immer der «Parzellenlogik» klassischer Betriebe folgt, ist eine Herausforderung für die Bewertung und Planung solcher Betriebe. Zugleich ist das Interesse gross, Leistungen und Kosten der Permakultur ganzheitlich und korrekt auszuweisen.
In Zusammenarbeit mit Experten der HAFL und mit Permakultur-Designern wurde auf Grundlage bestehender Methoden (RISE-Analyse und Gemeinwohl-Test) ein ganzheitlicher und praxistauglicher Gesundheitscheck für PK-Betriebe erstellt. Als Grundlage für den Gesundheitscheck wurde das Buch Gestaltungsprinzipien für zukunftsfähige Lebensweisen von David Holmgren verwendet. Die 12 Prinzipien fassen die Denkweise der Permakultur zusammen. Dadurch konnten die Prinzipien als Denkwerkzeuge betrachtet werden, welche Unterstützung bieten bei der Gestaltung, Identifikation und Weiterentwicklung des Systems. Der resultierte Fragebogen stützt sich auf diese 12 Prinzipien.
Durch die Bearbeitung des Fragebogens wird die Ist-Situation der Unternehmung widergespiegelt. Weiterhin erfahren die drei Ethikprinzipien (earth care, fair share & people care) eine einzelne Auswertung. Dadurch entstehen zwei Spider-Diagramme, welche die momentane Situation visualisieren. Zugleich werden Verbesserungsvorschläge sowie positive und negative Aspekte der Unternehmung von den Akteurinnen und Akteuren festgehalten. Der Gesundheitstest ist durch die Akteure der Unternehmung, welche den Fragebogen ausfüllen, zu skalieren. Die Punktzahl richtet sich nach den Diskussionen der Fragestellungen. In der Diskussion sollen sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte einfliessen.
Die Permakultur ist als gesamtheitliches Denken nur schwer fassbar. Aus diesem Grund wird auch die Entwicklung einer Unternehmung nur durch eine subjektive Selbsteinschätzung aufgezeigt, in welchen Bereichen ein Verbesserungspotential vorhanden ist. Der Gesundheitscheck richtet sich dadurch nach innen und ist auf den Betrieb, dessen Führung und Verbesserungsmöglichkeiten gerichtet. Dies bringt den Vorteil, dass der Betrieb den Gesundheitscheck betriebsgebunden beantworten kann und dadurch eine Zusammenfassung der Indikatoren erhält, welche als Hilfestellung dienen, um allfällige Verbesserungen zu unternehmen.
Der Gesundheitscheck weist durch die operationalisierte Fragestellung, welche subjektiv quantifiziert wird, eine nur geringe Vergleichbarkeit auf und ist daher für einen Vergleich innerhalb der Permakultur-Betriebe nicht geeignet. Jedoch können in Form einer Beratung oder Selbstreflexion Ansätze geboten werden, um die Unternehmensführung nachhaltiger und in der Ideologie der Permakultur zu gestalten.