Nach Lehrmeinung sollte bei Matthias Hollenstein nichts wachsen – tut es aber prächtig – Beitrag vom 15. Oktober 2026

Matthias Hollenstein
Bild: Jil Schuller
Quelle: www.bauernzeitung.ch

In Mänchaltorf ZH erreicht man gute Erträge im System der Mosaik-Landwirtschaft. Dank passender Maschinen soll es breit anwendbar werden.

Matthias Hollenstein steht in kniehohem, sattgrünem Federkohl. «Dieses Feld widerspricht der gängigen Düngerlehre», sagt der Landwirt. «Denn die hinkt gewaltig», doppelt er nach.

Ein neues Anbausystem skalierbar machen

Nach 13 Jahren Tüfteln und acht Jahren Pionierarbeit auf den über 60 ha des Hoflabors und des Betriebs Slow Grow in Mönchaltorf ZH sieht sich Hollenstein zwar nicht am Ende seines Werks. Aber er kann aufzeigen, dass in seinem System der Mosaik-Landwirtschaft vieles anders funktioniert, als man üblicherweise erwarten würde. Er kann es mit Erträgen, Beobachtungen und Messungen beweisen.

Das Ziel von Hollenstein und seinem Team: den Anbau in streifenförmigen Beeten mit integrierter Biodiversitätsförderung, ohne Hof- oder Handelsdünger und Pflanzenschutzmittel skalierbar machen. Und zwar dank angepasster Maschinen. «Wenn man keine technischen Lösungen hat, schickt man Leute los und lässt sie es von Hand machen – das ist aber weder bezahlbar noch skalierbar», verdeutlicht er. Wie es anders geht, erläuterte der Landwirt bei einer Führung anlässlich der Tage der Agrarökologie.

Weissklee sichert Befahrbarkeit und wird von selbst zur Untersaat

Die Mosaik-Landwirtschaft wird in Mönchaltorf maschinell umgesetzt. Die 1,77 m breiten Beetstreifen sind mit GPS erfasst, darauf wachsen drei Reihen Gemüse oder sieben Reihen Ackerkulturen wie Getreide.

Die Wege zwischen den Beeten sind mit Weissklee bedeckt, der die Befahrbarkeit auch bei Nässe gewährleistet und zugleich den Boden vor Verdichtung schützt. Nur diese Wege werden befahren. Die Leguminose wuchert im Verlauf der Saison dank ihrer Ausläufer in die Beete hinein und wird so zur Untersaat in den Kulturen.

Die Gemüsesetzlinge wachsen – maschinell mitgepflanzt – in einer Mulchschicht aus Ökoheu und Riedstroh von weiter entfernten Parzellen des Betriebs. Insgesamt 20 ha Wiese und Naturschutzflächen dienen als Quelle für Mulchmaterial.

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