Alternativen zum Einkauf im Supermarkt
Fair Trade. Bio. Nachhaltig. Lokal und saisonal. Die Idee ist verlockend: Wenn nur genügend Menschen beim Einkaufen Entscheidungen in diese Richtung treffen, dann wird sich das Angebot schon von selbst verändern. Kein politischer Streit, kein mühsamer Prozess – einfach andere Produkte in den Einkaufskorb, und die Welt wird besser.
Einkaufen ist also auch wie eine politische Abstimmung? Aber haben wir wirkliche Wahlfreiheit? Bevor wir entscheiden können, was wir kaufen, haben Handelsketten, Grossabnehmer und Agrarpolitik längst bestimmt, was überhaupt erhältlich ist. Denn 70–80 % der Lebensmittel werden in der Schweiz durch zwei bis drei Handelsketten vertrieben. Einkaufsfreiheit ist deshalb strukturell eingeschränkt. Das hat Auswirkungen auf Konsumentenverhalten und das Ernährungssystem. An der Kasse stimmen wir also oft nur noch über Varianten desselben Systems ab.
Gleichzeitig wird es immer schwieriger, überhaupt in anderen Strukturen einzukaufen. Immer mehr Bioläden und Unverpackt-Läden müssen schliessen, weil sie unter anderem meist hohe Betriebskosten haben und sich in einem von wenigen dominierenden Handelsketten geprägten Markt wirtschaftlich kaum behaupten können. Ihnen fehlt auch oft das Budget für grosse wiederholende Werbekampagnen.
Eine Vision für die Zukunft
Uns fehlen weniger die unterschiedlichen Joghurts im Regal, sondern vor allem die Geschichten hinter den Produkten und eine Vielfalt an kleineren, regionaleren Vertriebswegen, die über die grossen Ketten hinausgehen und die parallel zum Grosshandelssystem existieren können.
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