Christoph Hauert und Eva Ulm bewirtschaften mit dem Gerbehof im Kanton Solothurn einen gemischten Biobetrieb mit Milchkühen und Ackerbau. Für eine Bewilligung ihrer Wassergräben brauchte das Paar teilweise viel Geduld und starke Nerven. Aktuell erfreuen sie sich an den erstellten Strukturen und sind überzeugt vom zukunftsfähigen Agrarökosystem.
…
Volle Wassergräben
Philipp Gerhardt, ein Keyline- und Agroforstexperte aus Deutschland, unterstützt den Betrieb bei der Planung. Mit dem Laser vermisst er die Sohle und die Kuppe des Grabens und weist den Bagger an. In der Hanglage ist eine sehr präzise Arbeit notwendig, um das Wasser richtig zu führen.
Auf den Flächen von 2024 haben sich die Gräben bereits bewährt. Christoph Hauert stellt fest: «Ich fühle mich nicht schlecht mit den vollen Gräben. Das Wasser ist zwar nicht im Bach, geht aber auch nicht verloren und liefert verzögert sogar Wasser nach.» Die Gülle bleibt laut Hauert ebenfalls in den Gräben. «Wir haben Mist ausgebracht und nach dem Regen hat sich eine braune Suppe in den Gräben gesammelt». Dies öffne einem die Augen, was auf dem Feld und danach mit dem Wasser passiert.
Bei guten Witterungsbedingungen werden die Gräben beweidet, bei schlechten ausgezäunt. Sie werden teilweise mit Kunstwiese und teilweise mit einer regionalen BFF-Mischung angesät. «Es ist ein Aufwand, um die Gräben zu mähen und zusammenzutragen, das muss man wollen», berichtet das Paar ehrlich.
…