Wertholzgewinnung aus Obstgehölzen in Agroforstsystemen

Masterarbeit

Exemplarische Untersuchung der Bewirtschaftungsaspekte, des Flächenpotenzials im Landkreis Biberach und der Holzerlöse im Raum Oberschwaben und Schwaben

Publikation
08.09.2016

Autorinnen / Autoren
Sonja Hummel


Hochschule Weihenstephan – Triesdorf


Zusammenfassung

Streuobstwiesen hatten zwischen 1930 und 1950 ihre bisher größte Ausdehnung in Deutschland (vgl. Web, FRANK&MILLER, 2015a, o.S.). Seitdem ist jedoch die Anzahl der Streuobstbäume im Landkreis Biberach rückläufig1. Diese Tendenz hält bis heute (Jahr 2016) an (vgl. Mail, EGO, 2016). Dabei gelten Streuobstwiesen als prägende Elemente der oberschwäbischen Kulturlandschaft, als Touristenmagnete und Erholungsräume der Bevölkerung. Gleichzeitig sind sie eine der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und schützen vor Wind- und Wassererosion (vgl. Web, FRANK&MILLER, 2015a, o.S.). Für den Erhalt des Habitats Streuobstwiese verfolgen die Naturschutzverbände NABU und BUND die gleiche Strategie: Seit 1982 wirbt der NABU2 mit dem Spruch „Mosttrinker sind Naturschützer“ (vgl. Mail, RÖSLER, 2016) und beim BUND lautet das Motto „Schutz durch Nutzung [der Früchte]“ (vgl. ERICH, 2015, 99). Doch es sind nur „Einzelfälle“ bekannt, in denen das Obst von Streuobstwiesen „kommerziell genutzt“ wird und dies „funktioniert“. Denn für das Obst werden „lächerliche Preise“ gezahlt und ist zu bezweifeln, dass „damit“ die Streuobstwiesen in „ganzer Fläche“ erhalten werden können (vgl. KRUSCH&STIEHR, 2015, 93ff.). Für eine Streuobstwiese, die aus „wirtschaftlichen Gründen“ aufgegeben wird, kann die Wertholzgewinnung eine „Möglichkeit der Modernisierung“ sein. Diese „Folgenutzung“ könn-te das „Weiterbestehen der Anlage“ ermöglichen, in denen die Wertholzbäume die „ökologi-schen Funktionen“ der Streuobstbäume „weitgehend“ übernehmen (vgl. CHAL-MIN&MASTEL, 2009, 119 und KONOLD et al., 2009, 195). Für die vorliegende Arbeit ergeben sich damit folgende drei Forschungsfragen: – Welche, möglichst konkrete, Bewirtschaftungsaspekte der Wertholzgewinnung aus Obst-gehölzen in Agroforstsystemen sind in der Literatur zu finden? – Wie hoch ist das Flächenpotenzial für moderne Agroforstsysteme im Landkreis Biberach, im Hinblick auf die erosionsgefährdeten Flächen? – Welche aktuellen Holzerlöse werden für Obst- und Nussholz im Raum Oberschwaben und Schwaben erzielt und welche Erfahrungen macht das holzverarbeitende Gewerbe mit Obst- und Nussgehölzen?

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