Entwicklungsvorschläge
Publikation
29.12.2025
Autorinnen / Autoren
Selina Lucarelli
BFH-HAFL
Zusammenfassung
Diese Arbeit untersuchte, wie es in der Schweiz aktuell um Bildungs- und Beratungsangebote zur Permakultur-Landwirtschaft steht – und was es braucht, damit mehr Landwirtschaftsbetriebe permakulturelle Ansätze mithilfe von verbesserten Bildungs- und Beratungszugänge umsetzen können. Grundlage sind leitfadengestützte Interviews mit 22 Akteur:innen unter anderem von Permakultur-Landwirtschaftsbetrieben, Kantonale Bildungs- und Beratungszentren, weitere Beratungsstellen, Verein Permakultur-Landwirtschaft, Hochschulen und Permakulturberatung sowie Akteur:innen vom Bildungsplan Landwirtschaft. Ergänzend wurden schriftliche Umfragen an die gleichen Akteur:innen geschickt. Die Befragungen zeigten: Von Beratenden wird praxisnahes Fachwissen erwartet – Permakultur-Know-how plus landwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Erfahrung sowie Offenheit über die eigenen Kompetenzen und ihre Grenzen. Permakulturberater:innen mit genügend landwirtschaftlichem Praxiswissen sind bei den Befragten kaum bekannt. Die Nachfrage nach Bildungsangeboten ist gemischt: Einzelne Kurse (z.B. INFORAMA) sind gut besucht, vor allem von kleineren Betrieben und Privatpersonen; klassische Landwirtschaftsbetriebe bleiben zurückhaltend. In der formalen Bildung (EFZ, Höhere Berufsbildung) ist Permakultur kaum explizit verankert, doch agrarökologische Inhalte wurden laut Oda AgriAliForm in den neuen Bildungsplänen EFZ gestärkt. Landwirt:innen eignen sich Wissen vor allem über Selbststudium, Beispielbetriebe und Kurse an. Für Berater:innen wird der Wissenszugang teils als ausreichend (Kompetenzplattform, Permakultuemodul HAFL, Netzwerke), teils als lückenhaft wahrgenommen. Gewünscht werden vor allem praxisnahe Formate mit Hofbegehungen, ehrlichen Einblicken und konkreten Planungs- und Vermarktungsfragen. Die daraus resultierenden Entwicklungsvorschlägen bündeln sich wie folgt: – Permakultur schrittweise in EFZ und Höhere Berufsbildung einführen – Beratung und Prozessbegleitung stärken (Ausbildungen, Peer-to-Peer) – Netzwerke und Plattformen ausbauen (Arbeitskreise, Hofentwicklungsgespräche, Kooperation mit verwandten Ansätzen) – Finanzierung und Leuchtturmbetriebe sichern, um funktionierende Beispiele sichtbar zu machen Dieser Bericht ist eine Kurzfassung der ursprünglichen Arbeit. Insbesondere die Kapitel Material und Methoden sowie Ergebnisse aus Interview und schriftliche Umfrage wurden aus Gründen der Lesbarkeit auf die zentralen Inhalte gekürzt.
Mots-clés
Bildungsangebot, Beratungsangebote, Permakultur-Landwirtschaft
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