Permakultur-Planung “Mülacker“

Semesterarbeit

Planung einer Permakultur-Fläche der Genossenschaft Kirschblüte

Publikation
27.09.2019



BFH-HAFL


Zusammenfassung

Die globalen landwirtschaftlichen Produktionssysteme müssen in Zukunft eine stetig steigende Weltbevölkerung unter Einsatz stark begrenzter Ressourcen mit Nahrungsmitteln versorgen und dabei die damit verbundenen Umweltbelastungenen stark reduzieren. Der Ansatz der Permakultur bietet Lösungsansätze für diese Herausforderung, da er erlaubt, hohe Flächenerträge mit tiefem Ressoucenverbrauch zu erzielen und gleichzeitig ökologisch weitgehend unbedenklich ist. Die Genossenschaft Kirschblüte, welche sich in Lüsslingen-Nennigkofen im Kanton Solothurn der nachhaltigen und ökologischen Produktion von Nahrungsmitteln verschrieben hat, interessiert sich für die Ansätze der Permakultur. Aus diesen Gründen ist das Ziel dieser Semesterarbeit die Erhebung von Basisdaten als Grundlage für die anschliessend auf Flächen der Kirschblütengenossenschaft durchgeführten Permakultur-Grobplanung. Die Basisdaten umfassen die Wünsche und Vorstellungen der Bewirtschafter, das Makroumfeld, welches den Kontakt zu Behörden, die direkte Umgebung der Parzelle und die Marktsituation umfasst, sowie das Mikroumfeld bei welchem die vorhandenen Strukturen erfasst, der Boden analysiert sowie Topographie und Klima untersucht werden. Unter Berücksichtigung der relevanten Literatur wurde anschliessend in Absprache mit den Bewirtschaftern eine Grobplanung der Fläche erstellt. Die Aufnahme der Wünsche und Vorstellungen der Bewirtschafter ergab, dass die Produktion der einjährigen Gemüsekulturen grösstenteils in Reihenkultur weitergeführt werden soll. Zusätzlich ist den Bewirtschaftern der Windschutz, die Schaffung von ökologisch wertvollem Lebensraum sowie Plätzen für die Menschen zum Ausruhen wichtig. Ausserdem soll eine kleine Obstanlage, ein Waldstück, ein Teich zur Wasserspeicherung, Folientunnel sowie eine Permakultur-Experimentierfläche geplant werden. In der Experimentierfläche soll untersucht werden, ob sich Permakultur im engeren Sinne auch für grössere Flächen eignet. Die Analyse des Makroumfelds ergab, dass die Vorstellungen der Bewirtschafter rechtlich grundsätzlich umsetzbar sind, aber teilweise der Bewilligungspflicht unterliegen. Eine Besonderheit der Parzelle ist, dass die Umgebung grösstenteils durch Siedlungsgebiet geprägt wird, was das Vernetzungspotenzial senkt und das Grundstück gleichzeitig zu einem wichtigen Naherholungsgebiet für die Bevölkerung macht. Die Analyse der Marksituation ergab, dass die Genossenschaft über vielfältige Absatzmöglichkeiten verfügt, welche effizient bearbeitet werden. Die Untersuchung des Mikroumfeldes zeigte, dass das Grundstück bereits über vielfältige Strukturen und Produktionsformen verfügt (Obst, Beeren, Gemüse, Kräuter, Blumen und Hecken). Die meisten der bestehenden Elemente wurden nicht verändert, sondern in die Planung integriert. Rund 2/3 der Fläche verfügt über einen tiefgründigen Boden mit wenig Verdichtungen. Der restliche Drittel ist sehr flachgründig und weist einen hohen Stein-Anteil auf. Die klimatischen Bedingungen sind typisch für die gemässigte Zone und topographisch verfügt die Fläche über ein leichtes Gefälle in nördlicher Richtung. In Absprache mit den Bewirtschaftern und unter Berücksichtigung der Resultate aus der Analyse des Makro- und Mikroumfeldes sowie der relevanten Literatur wurden die verschiedenen Nutzungsbereiche auf dem Gelände angeordnet. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten durchgespielt, um eine definitive Anordnung, in welcher möglichst alle Vorteile vereint werden, zu erhalten. Im Anschluss wurden die Elemente, welche in den verschiedenen Nutzungsbereichen entstehen sollen, massstabsgetreu eingezeichnet. Dabei wurde versucht, möglichst viel Synergien zwischen den unterschiedlichen Elementen zu schaffen. Jedes Element soll dabei möglichst mehrere Funktionen wahrnehmen und so auf verschiedene Weise zum Gesamtnutzen der Fläche beitragen. Zudem soll die Bewirtschaftung möglichst einfach und effizient erfolgen können. Zum Schluss wurden die verschiedenen Bereiche in einem Übersichtsplan zusammengefasst.

Mots-clés

Permaculture, Sustainability, Ecosystem, Resource Protection, Multifunctionality

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