Agroforstwirtschaft verbindet Bäume und Landwirtschaft, verbessert Klima-, Wasser- und Biodiversitätsschutz und gewinnt in Deutschland durch neue Bundes- und Landesförderungen an Bedeutung. Betriebe, Kommunen und Gesellschaft können von der konkreten Ausgestaltung von Förderprogrammen und -zielen bei der Etablierung und nachhaltigen Nutzung von Agroforstsystemen profitieren.
Kompakt
- Agroforstwirtschaft bietet vielfältige ökologische Vorteile – sie stärkt Klima-, Wasser- und Bodenschutz, erhöht die Biodiversität und verbessert die Resilienz landwirtschaftlicher Systeme.
- Agroforst hat großes Potenzial für Kommunen – als multifunktionales Landnutzungssystem kann es Klimaschutz, Klimaanpassung, Gewässerschutz und regionale Entwicklung wirksam unterstützen.
- Das Ausschöpfen dieses Potenzials sollte durch verbesserte Förderung und einfacheren bürokratischen Umgang gestützt werden.
Agroforstwirtschaft bezeichnet die Integration von nutzbaren Gehölzen in die Landwirtschaft und wird wegen vielfältiger Vorteile schon seit Jahrtausenden praktiziert. Bekannte Beispiele für traditionelle Agroforstsysteme sind Hecken (in Norddeutschland auch Knicks genannt), Streuobstwiesen oder historische Hutewälder. In den letzten Jahrzehnten veränderten sich die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsformen, die Schläge wurden größer und die Erträge sollten kurzfristig steigen. Diese Veränderungen sorgten dafür, dass Gehölze im Landschaftsbild immer mehr verschwanden und ihre bewusste Nutzung in den Hintergrund trat.
Angesichts aktueller Krisen wie dem Klimawandel und damit einhergehenden Wetterextremen sowie dem aus ökologischer Sicht bedenklichen Zustand von Gewässern werden Gehölze in der Landwirtschaft wieder relevanter. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe erkennen die Vorteile der Agroforstwirtschaft, wie Ertragsstabilisierung, Gewässerschutz, Bodenschutz, Förderung der biologischen Vielfalt, Klimaschutz etc. und legen Agroforstsysteme an. Herausfordernd sind dabei vor allem die Langfristigkeit von Investitionen, die solche Landnutzungsansätze benötigen, sowie der Pflegeaufwand.
Seit 2023 sind Agroforstsysteme in Deutschland im § 4 der GAP-Direktzahlungen-Verordnung (GAPDZV) definiert und werden zunehmend gefördert, um den Mehraufwand auszugleichen und die gesellschaftlichen Leistungen zu honorieren.
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