Keylines in der Landwirtschaft: Ein Netz fast unsichtbarer Gräben

Keylines in der Landwirtschaft
Bild: SRF/Stefan Ulrich
Source : www.srf.ch

Landwirtschaft im Klimawandel

Mit dem Klimawandel verändern sich auch in der Schweiz die klimatischen Bedingungen – oder sie haben sich bereits verändert. Eine Veränderung: der Regen. Laut Meteo Schweiz gibt es heute deutlich mehr Starkniederschläge. Aber auch die trockenen Sommer haben zugenommen.

Wie umgehen also mit dem unberechenbaren Wetter? Auch die Landwirtschaft muss darauf eine Antwort finden. Eine Möglichkeit: Das Wasser auf den Feldern zurückhalten und ableiten, mit einem Netz aus fast unsichtbaren Gräben. Keylines nennen sie die Fachleute.

Höhenlinienwissen aus Australien

Erfunden wurden die Keylines, Schlüssellinien, in Australiens Landwirtschaft, von einem Ingenieur im Jahr 1954. Seine Pläne wurden während 15 Jahren mittels Experimenten getestet. Später wurde das System weiterentwickelt.

Die Keylines folgen den Höhenlinien und leiten das Wasser am Hang von Höhenlinie zu Höhenlinie. So können Erosion und Überschwemmungen einer Landwirtschaftsfläche vermieden werden.

Das Aargauer Projekt wird unter anderem von der ETH Zürich begleitet. Das Ziel sei klar, heisst es im Projektbeschrieb: «Es wird aufgezeigt, wie die Verfügbarkeit des Wassers verbessert, die Bodenqualität und die Biodiversität gefördert, die Landschaft aufgewertet wird». Zudem sollen die Keylines auch die Erträge verbessern.

Gezieltes Wassermanagement

«Eigentlich ist es nichts anderes als ein Graben entlang einer Höhenlinie mit ein bisschen Gefälle», sagt Umweltingenieur Philipp Schuppli. Er leitet im aargauischen Mandach ein Projekt für mehr Biodiversität, initiiert von der Gemeinde und dem Jurapark Aargau.

Dabei werden seit einigen Jahren Hecken und Hochstammbäume gepflanzt, Trockensteinmauern und Weiher gebaut. Auch das Erstellen von so genannten Keylines gehört dazu.

Keylines in Mandach – bei trockener Witterung kaum sichtbar

Zwei solche Gräben wurden bereits angelegt, auf dem Land von Maja Vogt. Das Hauptgeschäft der Ökolandwirtin sind Kräuter. Sie hält aber auch Pferde. Ihr Land ist sehr lehmig, das Wasser versickert schlecht. Bei starkem Regen läuft es über die Wiesen den Hang hinunter Richtung Dorf. Im schlimmsten Fall werden Keller geflutet. Kurz nach dem Regen ist es aber manchmal bereits wieder zu trocken.

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