Unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem verursacht hohe Kosten, die nicht auf dem Kassenzettel der Lebensmittel stehen. Die Höhe dieser Kosten hängt davon ab, welche Auswirkungen einbezogen werden. Die Unterschiede können beträchtlich sein.
Versteckte, externe oder wahre Kosten haben mittlerweile einen festen Platz in der Debatte über nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Zum Beispiel hat der deutsche Discounter Penny auf den Preisschildern ausgewählter Produkte deren wahre Kosten angezeigt und so deren Höhe direkt beim Kauf bewusst gemacht (Penny, 2023). Auf internationaler Ebene hat sich die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO in ihren „State of food and agriculture (SOFA)“-Berichten 2023 und 2024 intensiv mit den versteckten Kosten auseinandergesetzt (FAO, 2023 und 2024). Die Zahlen sind jeweils erschreckend hoch. Die Penny-Initiative zeigte, dass die Produkte im Laden 30 bis 100 Prozent mehr kosten müssten. Und auf nationaler Ebene machen diese Kosten signifikante Anteile des Bruttoinlandprodukts aus, etwa zehn Prozent (328 Mrd. Euro) für Deutschland, sieben Prozent (1 580 Mrd. US-Dollar) für die USA und vier Prozent (21 Mrd. Schweizer Franken) für die Schweiz sowie zehn Prozent global (FAO, 2023).