Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, wird der Schutz vor Hitze ebenso wie vor stechenden und lästigen Insekten für Weidetiere zentral. Bäume auf der Weide erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Sie spenden Schatten und bieten gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten mit geringerem Insektendruck. Neue Erkenntnisse aus einem FiBL-Projekt zeigen, dass einige Baumarten dafür besonders interessant sind, grundsätzlich aber jede Form von Schattenangebot auf der Weide wertvoll ist.
In einer Literaturauswertung im Rahmen eines FiBL-Projekts wurden mehrere einheimische Baumarten identifiziert, die insektenabwehrende Eigenschaften besitzen oder traditionell gegen Insekten eingesetzt werden. Die vielversprechendsten Baumarten waren:
- Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
- Rottanne/Fichte (Picea abies)
- Echte Walnuss (Juglans regia)
- Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
Feldversuche mit Rinderherden deuten zudem darauf hin, dass insbesondere unter Nadelbäumen tendenziell weniger Insekten auftreten. Allerdings: Die Unterschiede zwischen den Baumarten sind nicht in jedem Fall eindeutig. Die Ergebnisse gelten daher eher als Orientierung.
Schatten ist der beste Schutz
Messungen zeigen, dass der Einfluss von Sonne und Jahreszeit entscheidend ist. An sonnigen Standorten können deutlich mehr Insekten auftreten als im Schatten. Deshalb ist weniger die einzelne Baumart ausschlaggebend als das Vorhandensein von Schatten an sich. Unter einem dichten Blätter- oder Nadeldach finden die Tiere kühlere Bedingungen, weniger direkte Sonneneinstrahlung und oft einen geringeren Insektendruck.
Bestehende Bäume erhalten
Auch wenn einzelne Baumarten besonders empfohlen werden, sollten vorhandene Bäume auf Weiden grundsätzlich erhalten bleiben. Denn selbst Arten ohne bekannte insektenabwehrende Wirkung erfüllen wichtige Funktionen für Tierwohl und Mikroklima. Wo keine Bäume vorhanden sind, können auch Unterstände oder andere Strukturen Schatten bieten.
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