Es geht auch ohne Nutztiere – Beitrag vom Juli 2022

Jann Krättli und Nadia Ruchti
Bild: www.bioaktuell.ch
Quelle: www.bioaktuell.ch

Auf dem einen Betrieb tummeln sich 40 Rinder, auf dem anderen kein einziges Nutz- oder Haustier. Zwei Betriebe zeigen: Mehrere Wege führen zur bioveganen Landwirtschaft.

Jann Krättli hat ein eigenes Verfahren zur Gewinnung von pflanzlichem Dünger entwickelt. Dazu schneidet er auf den Ökowiesen Heu und schichtet dieses auf, damit es anrotten kann. Dieses «vorvergorene» Heu wird dann maschinell in den Boden eingearbeitet. «Unser Ziel ist dabei, dass wir möglichst wenig Nährstoffe vom Boden wegtragen», sagt Jann Krättli. Seine Lehre zum Gemüsegärtner hat er erst mit 30 Jahren begonnen. «Ich lebte aber auch schon vorher vegan und habe mich für Nachhaltigkeit und Permakultur interessiert. Nach der Lehre ergab sich dann die Möglichkeit, den Betrieb von Nadias Eltern zu übernehmen.» Das Biogemüse verkaufen die beiden grösstenteils auf dem Wochenmarkt im nahe gelegenen Freiburg sowie über einige Bioläden in der Region. Wie auf dem Biohof Hübeli werden auch auf dem Biohof Tannacker kurze Transportwege, ein geringer CO2-Ausstoss, eine vegane Ernährungsweise und Biodiversität grossgeschrieben. Einen Hof biovegan zu bewirtschaften, heisst für Jann Krättli und Nadia Ruchti halt mehr als die Art, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Für sie ist der Biohof zugleich auch ein ökologisches und politisches Projekt.

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