Neophyten mit Schafen bekämpfen – Beitrag vom 17. August 2026

Schafe und Kathrin Lenz
Bild: TerrABC, Laura Gisler
Source : www.bioaktuell.ch

Als Rafael und Kathrin Lenz vor zehn Jahren mit der Schafhaltung begannen, ging es ihnen in erster Linie um Selbstversorgung. Doch dann hat es sie gepackt und sie fingen an, ihre Schafprodukte zu vermarkten. Heute halten sie insgesamt 14 Auen der Rassen Lacaune und Bündner Oberländer. Aus der Milch der Lacaune stellen sie Frischkäse und Joghurt her, die sie in ihren Hof-Abos oder über Wiederverkäufer vermarkten. Auch das Lammfleisch vermarkten sie direkt. Die Schafe lammen saisonal zwischen Januar und März ab und befinden sich mehr oder weniger die ganze Vegetationszeit auf der Weide. Und diese Weide hat es in sich.

Angrenzend an das Land von Kathrin und Rafael Lenz verläuft der Mülibach. Als das Ehepaar vor zehn Jahren den Betrieb Hegisau kaufen konnte, waren die Ufer des Baches auf langen Abschnitten komplett mit dem invasiven Japanknöterich (Reynoutria japonica) zugewachsen und die Beiden machten sich berechtigte Sorgen, dass sich diese Problempflanze über kurz oder lang auch auf ihrem Land breitmachen würde.

Knöterich eindämmen

Doch wie sollte der Knöterich bekämpft werden? Nicht umsonst gilt diese Pflanze als hochinvasiv. Auch aus kleinsten Wurzeln und sogar aus Stängelstücken kann sie wieder austreiben, sodass eine mechanische Bekämpfung nicht nur äusserst aufwendig ist, sondern bei unsachgemässem Vorgehen sogar zum Eigentor werden kann.

Aus dem Input der Gemeindestelle Landwirtschaft wurde schliesslich die Idee geboren: kann man diesem Unkraut vielleicht mit Beweidung den Garaus machen?

Gedacht, getan. In Absprache mit der Gemeinde Fischenthal wurden die Flächen beidseitig des Baches mit Flexinet eingezäunt und die betriebseigenen Schafe auf die Fläche gestellt. Die Beweidung erfolgt im Auftrag der Gemeinde und Familie Lenz erhält pro Laufmeter Bach fünf Franken Unkosten-Entschädigung. Die genauen Dienstbarkeiten wurden in einer Leistungsvereinbarung festgelegt. Im Laufe der Jahre kamen noch zwei weitere Bachabschnitte dazu, sodass die Familie Lenz unterdessen drei Bachabschnitte mit ihren Schafen pflegt.

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