Text von www.bioaktuell.ch:
Ein erster Teil der technisch-wirtschaftlichen Daten zur kleinflächigen Landwirtschaft wurde im Mai 2025 veröffentlicht. Eine Gelegenheit, eine Typologie dieser neu entstehenden Strukturen zu erstellen. Ebenfalls erschienen ist ein Leitfaden zur Gründung von Microfermes, herausgegeben vom Schweizer Verein der Microfermes.*
Microfermes – zu Deutsch Mikrofarmen oder Kleinstbetriebe – sind mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert, wie dem Zugang zu Land, zu Direktzahlungen oder zur Errichtung von Gemüsetunneln. Nichtsdestotrotz werden in der Schweiz insbesondere seit 2010 zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, deren Zahl seit 2020 weiter zugenommen hat. In der Westschweiz gibt es schätzungsweise hundert solche Kleinstbetriebe. «Es entstehen verschiedene Microfermes mit Systemen, über die wir nur sehr wenig wissen und für die wir keine Referenzen haben», erklärt Delphine Piccot von Proconseil.
Um diese Lücke zu schliessen, haben die landwirtschaftliche Beratungszentrale Agridea und Proconseil – ein Beratungsdienst von Prométerre – das Projekt «Références pour l’agriculture sur petite surface (ApeRsu)» (Referenzen für die kleinflächige Landwirtschaft) lanciert. Finanziert wird das Projekt aus eigenen Mitteln sowie mit Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft. Die ersten Ergebnisse wurden im Mai 2025 veröffentlicht. Das Projekt umfasst die Erhebung technisch-wirtschaftlicher Daten von 33 Westschweizer Microfermes. Die endgültigen Analysen werden 2026 veröffentlicht. Laut der bei Agridea tätigen Projektinitiatorin Claire Asfeld gibt es oft Vorurteile hinsichtlich der Tragfähigkeit solcher Strukturen: «Microfermes werden häufig als utopische Projekte bezeichnet, die weder die Bevölkerung ernähren noch ein echtes Einkommen erzielen können.»
Keine gewöhnlichen Bauernhöfe
Im Jahr 2022 veröffentlichte das FiBL mit Unterstützung der Agridea und des Kantons Waadt Porträts von neun Westschweizer Microfermes. Dies gab den Anstoss für das gross angelegte Projekt ApeRsu. «Wir haben über 3 Jahre hinweg mehr als 500 Daten gesammelt, die wir nun analysieren und organisieren müssen», erklärt Claire Asfeld. Dabei verweist sie auf die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE, die sich um die Statistiken kümmert.
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*Der Schweizer Verein der Microfermes (Association Suisse des Microfermes) veröffentlichte Ende 2025 seinen Leitfaden zur Gründung nachhaltiger Microfermes.