Text von www.agroecologyworks.ch:
Wie können wir zusammen für faire, gesunde und gemeinschaftliche Wege in der Schweizer Ernährungslandschaft sorgen?
Verteilt über die Schweiz zeigt sich ein Strauss von Initiativen, die Landwirtschaft und Ernährung neu denken und verändern. Auf den ersten Blick ein buntes Chaos, wie ein Blühstreifen im Hochsommer. Doch diese Vielfalt hat System. So wie Pilze, genährt und verbunden von einem unterirdischen Myzelgeflecht, kommen alle aus etwas Gemeinsamem hervor: Aus der Überzeugung, dass es angesichts der Gefahren des Klimawandels und dem Verlust von Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit, sowie der weltweit verbreiteten Mangel- und Fehlernährung ein anderes Ernährungssystem braucht.
In der Schweiz, und darüber hinaus, gibt es eine Vielzahl pionierhafter Höfe, solidarischer Landwirtschaftsinitiativen, innovativer Verabeitungsunternehmen, Lebensmittelkooperativen und deren «essende Unterstützer:innen». Diese gehen neue Wege und schaffen durch ihr Wirken einen Mehrwert für Boden, Pflanzen, Menschen, Wild- und Hoftiere. Sie setzen sich aktiv für eine faire Umgestaltung der heutigen Ernährungssysteme ein, auch in der Forschung und in der internationalen Zusammenarbeit. All diese Initiativen lassen sich unter dem Konzept der Agrarökologie vereinen; Agrarökologie ist in der Essenz das Schaffen von gerechten Ernährungssystemen im Einklang mit der Natur – in der Praxis, Forschung und als gesellschaftspolitische Bewegung.
Mit der jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe «Tage der Agrarökologie» macht das Schweizer Netzwerk für Agrarökologie Agroecology Works! die vielfältigen schon existierenden agrarökologischen Lösungen und die dahinter stehenden Menschen erlebbar und zeigt, dass Agrarökologie funktioniert und ein anderes Ernährungssystem nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.
Die folgenden Seiten porträtieren die Tage der Agrarökologie 2025, die unter dem Motto: «Vielfalt leben, Gerechtigkeit pflanzengemeinsam gestalten wir unser Ernährungssystem» in der ganzen Schweiz stattfanden. Vom Permakultur Festival im Tessin über Gründüngung und Wassermanagement in Luzern, Mechanisierung im kleinteiligen Gemüsebau in Zürich und Basel, Escape Room auf dem Bundesplatz zu Saatgut und Lebensmittel kooperativen in Neuenburg bis zur sozialen Lebensmittelversicherung und der eigenen Währung für landwirtschaftliche Produkte in Genf und im Wallis: 80 Veranstaltungen fanden während den diesjährigen Tagen der Agrarökologie vom 1. bis 31. Oktober statt.
Neben sehr lokalen Lösungsansätzen gab es auch zahlreiche internationale Bezüge im Programm. Denn wie die Agrarökologie aufzeigt: gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme sind nur möglich, wenn sie systemisch über Sektoren und Landesgrenzen hinaus gedacht und solidarisch umgesetzt werden.
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