Die Klimaerwärmung ist kein Fluch, sondern Segen – jedenfalls wenn man in der Schweiz Mandeln züchten will.
«Wir sind hier im Wallis am trockensten Ort in der Schweiz», sagt Biobauer Stefan Germann. In seinem Mandelgarten stehen rund 50 Bäume. Es ist das Werk der letzten 20 Jahre, damals hat er die ersten Bäume importiert und gepflanzt. Er fand das interessant und probierte es aus. Normalerweise kommen Mandeln aus dem Nahen Osten – jetzt aus dem Wallis.
Die Bäume wuchsen, er holte mehr und mehr, jetzt züchtet er rund 20 verschiedene Sorten. Das Experiment scheint zu funktionieren: Die Mandelbäume wachsen auch in der eigentlich nicht sehr mediterranen Schweiz. «Der Mandelbaum mag es trocken», so Germann. Die Jungbäume habe er noch mit Wasser versorgen müssen, doch dieses Jahr konnte er ganz auf künstliche Wasserzufuhr verzichten.
Im Wallis hat man dieses Jahr eine schlechte Ernte zu beklagen, wenn man die Klassiker des Kantons, also Aprikosen oder Trauben, anbaut. Aber auch der Mandelbauer hat einen Totalausfall. Der Frost ist schuld, die Blüten haben ihn nicht überlebt.
…