Ganzheitlicher Gesundheitscheck für Permakultur-Betriebe

Bachelorarbeit

Entwurf und Anwendung auf einem Permakultur-Betrieb

Publikation
23.12.2022

Autorinnen / Autoren
Albert Marcel


BFH-HAFL


Zusammenfassung

Trotz des Potenzials für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft wird die Permakultur schweizweit nur wenig angewandt. Dennoch gewinnt sie stetig mehr Aufmerksamkeit, und Pionierbetriebe bewirtschaften in der Schweiz erfolgreiche Permakultur-Systeme. Zunehmend sind Kurse für Permakultur gefragt, und das Interesse in der Bevölkerung steigt. Die ökologisch, ökonomisch und sozial vielfältige Struktur von Permakultur-Betrieben, die nicht immer der «Parzellenlogik» klassischer Betriebe folgt, ist eine Herausforderung für die Bewertung und Planung solcher Betriebe. Zugleich ist das Interesse gross, Leistungen und Kosten der Permakultur ganzheitlich und korrekt auszuweisen. In Zusammenarbeit mit Experten der HAFL und mit Permakultur-Designern wurde auf Grundlage bestehender Methoden (RISE-Analyse und Gemeinwohl-Test) ein ganzheitlicher und praxistauglicher Gesundheitscheck für PK-Betriebe erstellt. Als Grundlage für den Gesundheitscheck wurde das Buch Gestaltungsprinzipien für zukunftsfähige Lebensweisen von David Holmgren verwendet. Die 12 Prinzipien fassen die Denkweise der Permakultur zusammen. Dadurch konnten die Prinzipien als Denkwerkzeuge betrachtet werden, welche Unterstützung bieten bei der Gestaltung, Identifikation und Weiterentwicklung des Systems. Der resultierte Fragebogen stützt sich auf diese 12 Prinzipien. Durch die Bearbeitung des Fragebogens wird die Ist-Situation der Unternehmung widergespiegelt. Weiterhin erfahren die drei Ethikprinzipien (earth care, fair share & people care) eine einzelne Auswertung. Dadurch entstehen zwei Spider-Diagramme, welche die momentane Situation visualisieren. Zugleich werden Verbesserungsvorschläge sowie positive und negative Aspekte der Unternehmung von den Akteurinnen und Akteuren festgehalten. Der Gesundheitstest ist durch die Akteure der Unternehmung, welche den Fragebogen ausfüllen, zu skalieren. Die Punktzahl richtet sich nach den Diskussionen der Fragestellungen. In der Diskussion sollen sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte einfliessen. Die Permakultur ist als gesamtheitliches Denken nur schwer fassbar. Aus diesem Grund wird auch die Entwicklung einer Unternehmung nur durch eine subjektive Selbsteinschätzung aufgezeigt, in welchen Bereichen ein Verbesserungspotential vorhanden ist. Der Gesundheitscheck richtet sich dadurch nach innen und ist auf den Betrieb, dessen Führung und Verbesserungsmöglichkeiten gerichtet. Dies bringt den Vorteil, dass der Betrieb den Gesundheitscheck betriebsgebunden beantworten kann und dadurch eine Zusammenfassung der Indikatoren erhält, welche als Hilfestellung dienen, um allfällige Verbesserungen zu unternehmen. Der Gesundheitscheck weist durch die operationalisierte Fragestellung, welche subjektiv quantifiziert wird, eine nur geringe Vergleichbarkeit auf und ist daher für einen Vergleich innerhalb der Permakultur-Betriebe nicht geeignet. Jedoch können in Form einer Beratung oder Selbstreflexion Ansätze geboten werden, um die Unternehmensführung nachhaltiger und in der Ideologie der Permakultur zu gestalten.

Stichworte

Permakultur, Einschätzung

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