Wassermanagement und Agroforst

Bachelorarbeit

Optimierung des Wassermanagements eines Schweizer Landwirtschaftsbetriebs durch Agroforstsysteme und eine Konzeptionierung von syntropischen Futterhecken in der Schweiz

Publikation
11.01.2024

Autorinnen / Autoren
Cyrill Achermann


ZHAW


Zusammenfassung

Die Landwirtschaft steht vor den Herausforderungen des Klimawandels, gekennzeichnet durch höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und häufigere sowie intensivere Extremwetterereignisse. Gleichzeitig wächst die gesellschaftliche Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft, die innovative Ansätze erfordert. Die Agroforstwirtschaft, eine Kombination von Bäumen und Hecken mit landwirtschaftlichen Kulturen, zeigt Potenzial für die Förderung der Artenvielfalt, Reduktion der Bodendegradation und Entwicklung natürlicher Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen. Die Ziele dieser Arbeit waren, erstens, ein Agroforstsystem zu planen mit Fokus auf der Optimierung des Wassermanagements und zweitens, die Entwicklung eines Konzepts für Futterhecken unter Anwendung eines syntropischen Ansatzes. Basierend auf einem Bedürfniskatalog, der gemeinsam mit dem Bewirtschafter erstellt wurde, konnten die Erwartungen und Anforderungen an das System abgeglichen werden. In einem anschliessenden Schritt wurde die Planung durch eine umfassende Kombination von Literaturrecherche, GIS-Plänen, Klimadaten und Expert:inneninterviews weiter ausgearbeitet. In jedem Planungsschritt wurden gezielt Möglichkeiten zur effizienten Nutzung der Wasserressourcen geprüft und, wo sinnvoll, integriert. Ein Agroforstsystem mit vier Teilbereichen resultiert aus dem Planungsprozess, die unterschiedlich stark von zentralen Anforderungen an das System geprägt sind. Der Weidebereich mit Futterhecken dient zur Bereitstellung zusätzlicher Futterressourcen während Trockenzeiten und bietet Schatten in Hitzeperioden. Der Bereich mit Baumnuss-Hochstämmen fokussiert auf eine ökonomisch rentable Produktion hochwertiger Früchte. Kleine Parzellen mit Versuchspflanzungen von robusten Nuss- und Fruchtbäumen, welche gegenüber intensiver Hitze und reduzierten Wassermengen widerstandsfähig sind, repräsentieren die dritte Pflanzung. Der letzte Bereich ist der Biodiversitätsförderung zugeordnet und beinhaltet diverse Hochstamm-Wildobstbäume. Durch die Analyse der Komponenten des syntropischen Ansatzes im Agroforst, wie sie von Ernst Götsch, dem Entwickler der Methode, beschrieben werden, konnte eine Anpassung an das Schweizer Klima entwickelt werden. Es folgte eine Implementierung dieser Systemkomponente in die Planung einer Futterhecke, die in der Schweiz umsetzbar wäre. Die Effektivität und Angemessenheit des syntropischen Ansatzes bei einer Futterhecke im Schweizer Kontext, sowohl klimatisch als auch ökonomisch, bedarf weiterer praktischer Untersuchung. Hingegen stellt die Integration von Kriterien zur Minderung von Extremwetterereignissen in den Planungsprozess von Agroforstsystemen ein sinnvoller Ansatz dar.

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